AUTORIN ANNGRET PRIEHN Ein Gedanke                   (2005) Ist nicht jeder Gedanke wie ein Kind? Ganz gleich ob man nachts oder am Tage ihn find. Er muß wachsen und reifen, nach dem Sinn des Gedachten greifen. Es reift der Gedanke wie Saat, die in dir ruht, schwillt an zum Strom der Gedankenflut. öffnet Seele und Geist, mit denen du zu Empfindungen reist. Ist er gut,  aus den Tiefen der Schatten weicht, nimmt mit das Bedrängte, das Schwere wird leicht. Ist er Last und willst du ihn von dir weisen, beherrscht dich das Chaos auf allen Gleisen. Oft weiß er nicht recht, was er kann, was er will, er schwankt wie im Winde im Wechsel ganz still. Er schafft Illusionen, die schönsten der Lieder, jedoch auch wie Blitze geht’s laut auf dich nieder. Lässt Altes im Neuen wie Glas dann zerspringen, Verstand mit Gefühlen im Wechselbad ringen. Gedanken erstarken zu Boten und Rat. Sie dienen beflügelt dir zur Tat.   Geboren in Stürmen die neue Idee, gewachsen wie Blumen im schmelzenden Schnee, Nun halte sie fest dir, bevor sie entfliehn. Die Zeiten des Daseins sind kurz und geliehn. © anngret priehn 2003 - 2011